Xenophobie

Als Xenophobie wird im medizinischen Sprachgebrauch die Angst vor Fremden bezeichnet. Hier geht es nicht spezifisch um die instinktive Ablehnung der Menschen, die schon vom Äußeren her gewalttätig wirken oder die aus anderen Kulturkreisen stammen, sondern um die blanke Furcht vor allem Menschen, die man nicht näher kennt.

Für die Angst vor Fremden bzw, die Xenophobie gibt es zwei grundlegende Ursachen. Eine davon ist in der Kindheit verwurzelt. Viele Mütter schirmen ihre Kinder regelrecht ab, so dass sie keine Chance haben, zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Sie können deshalb nicht lernen, zu unterscheiden, wem man mit Misstrauen begegnen sollte und wem man ein gewisses Grundvertrauen entgegen bringen kann. Das führt letztendlich dazu, dass allem und jedem mit einer Xenophobie ein übergroßes Maß an Misstrauen entgegengebracht wird.

Die Xenophobie und die Lebensqualität

Die von einer Xenophibie Betroffenen geraten dadurch zunehmend in eine soziale Isolation, werden Einzelgänger und sind später häufig auch nicht in der Lage, erfüllte Beziehungen führen zu können. Sie brechen die Kontakte häufig schon in der Phase des Kennenlernens wieder ab. In vielen Fällen führt eine früh ausgebildete Xenophobie auch zur Alexithymie. Die betroffenen Menschen lernen durch die fehlenden sozialen Kontakte nicht, wie sie mit ihren eigenen Gefühlen und denen ihrer Mitmenschen umgehen können. Häufig führt das auch dazu, dass die Patienten ihre eigenen Emotionen vollständig kontrollieren möchten.

Mögliche Ursachen einer Xenophobie

Eine Xenophobie kann auch aus dem Erleben von Straftaten in Form von Körperverletzungen, seelischen Verletzungen und/oder Missbrauch innerhalb der eigenen Familie entstehen. So ist das Erlebte jedes Mal wieder präsent, wenn auch ein kleines Detail dafür sorgt, dass aus dem Gedächtnis alle damit verbundenen Geräusche, Gerüche und Bilder abgerufen werden und damit eine Flut körperlicher Reaktionen ausgelöst wird. Das Erlebnis, dass eine vertraute Person einem wehtut, ist eines der schlimmsten im Leben eines Menschen überhaupt. Der Mensch, dem so etwas geschehen ist, der wird ohne therapeutische Hilfe nie wieder jemandem vertrauen können.

Bei der Angst vor Fremden ist als Erstes eine tief greifende Psychoanalyse notwendig, um die Ursache für die Xenophobie ausmachen zu können. Wenn dieser Angst reale Erlebnisse als Auslöser zugrunde liegen, müssen diese im Rahmen einer Gesprächstherapie aufgearbeitet werden. Sollten sich dafür keine Anhaltspunkte finden, wird sich eine Verhaltenstherapie anschließen, in deren Verlauf die Betroffenen lernen, wie sie mit der Xenophobie umgehen können. Darin wird in der Regel auch der begleitete und anschließend aus der Ferne beobachtete Kontakt zu wildfremden Menschen integriert sein. Eine gute Maßnahme ist in diesem Rahmen auch, sich einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Xenophobie anzuschließen, da auf dieser Basis auch neue soziale Kontakte geknüpft werden können. So lässt sich die Isolation der Betroffenen beenden.