Panikattacken

Im Gegensatz zu allen anderen Angststörungen lassen sich bei den Panikattacken häufig keine äußeren Einflüsse eingrenzen. Die Panikattacken werden nicht durch Ängste ausgelöst, die sich auf eine bestimmte Situation, einen Gegenstand oder ein Tier beziehen. Sie entstehen oft ohne jeglichen ersichtlichen Grund.

Auslöser einer Panikattacke können schon ein paar unregelmäßige Herzschläge sein, die der Betroffene bei sich selbst wahrnimmt. Eine schnelle Drehung, bei der der Blick nicht wieder sofort auf etwas fixiert werden kann, reicht schon aus, um bei den betroffenen Menschen die Kaskade an Angstreaktionen auszulösen. Bei einer Panikattacke erhöhen sich die Pulsfrequenz und der Blutdruck, wobei die Patienten den Eindruck bekommen, das Herz schlüge ihnen bis zum Halse. Auch die Atmung wird tiefer und schneller. So gelangt mehr Sauerstoff ins Blut und von da ins Gehirn und zu den Muskeln. Diese völlig normale Reaktion des Körpers, die in historischer Zeit dem bloßen Überlebenskampf diente, wird von den Menschen als bedrohlicher Zustand erlebt, was die körperlichen Reaktionen noch weiter verstärkt. Das führt oft dazu, dass sich dieser Zustand der Erregung bei einer Panikattacke immer mehr aufschaukelt und am Ende über längere Zeit anhält.

Panikattacken sind sehr weit verbreitet

Jeder Mensch erlebt irgendwann einmal eine Panikattacke. Meistens klingen sie nach kurzer Zeit wieder von selbst ab. Wenn Panikattacken jedoch häufig auftreten oder über längere Zeit anhalten, sollte man seinen Hausarzt konsultieren. Auch wenn auf den ersten Blick kein äußerer Anlass erkennbar ist, stecken oftmals versteckte Angststörungen hinter den Panikattacken, derer sich der Mensch gar nicht bewusst ist. Manchmal ist es ein schlimmes Erlebnis aus frühester Kindheit, an das man sich gar nicht bewusst erinnern kann, das sich aber dennoch im Gedächtnis eingebrannt hat. Das menschliche Gedächtnis hat die Angewohnheit, in bestimmten Situationen auch bei kleinsten Details alles abzurufen, was mit allen Sinnen aufgenommen und empfunden wurde. Wenn diese Situation in irgendeiner Form bedrohlich wirkte, so werden auch die damit zusammenhängenden körperlichen Reaktionen in Gang gesetzt, obwohl aktuell in der Realität gar keine Bedrohung vorhanden ist. Letztlich sind es dann diese Reaktionen, die die Panikattacke in Gang bringen.

Gegen die Panikattacken gibt es heute gute Therapien

Panikattacken können sehr gut therapiert werden. Dazu wird – gegebenenfalls unter Hypnose – geschaut, welches Erlebnis zugrunde liegen könnte. Vorher muss der Patient eine Art Tagebuch führen, in das er alles einträgt, was er kurz vor den Panikattacken erlebt, gesehen und gehört hat. So lässt sich häufig schon eingrenzen, auf welche Reize der Außenwelt das vegetative Nervensystem so heftig reagiert. Kann über diese Diagnostik und eine anschließende Gesprächstherapie die Ursache der Panikattacken nicht beseitigt werden, kann mit Psychopharmaka eingegriffen werden. Unter den modernen Arzneien dieser Art findet sich auch eine ganze Reihe von Wirkstoffen, von denen man nicht abhängig wird und die man jederzeit ohne Entzugserscheinungen wieder absetzen kann. Neuere Präparate zur Bekämpfung von Panikattacken schränken auch die Handlungs- und Reaktionsfähigkeit der behandelten Patienten nicht mehr nennenswert ein.