Nosokomephobie

Nosokomephobie ist der psychiatrische Fachbegriff für Krankenhausangst. Dass niemand gern in eine Klinik zur stationären Behandlung oder gar für eine notwendige Operation geht, steht fest. Das ist die natürliche Reaktion auf die Feststellung, dass etwas mit dem eigenen Körper nicht in Ordnung ist. Von Krankenhausangst, oder Nosokomephobie, spricht der klinische Psychiater dann, wenn die Patienten sogar die Behandlung verweigern und eine weitere Verschlechterung ihres physischen Zustandes in Kauf nehmen, nur um nicht in die Klinik zu müssen.

Welche Ursachen hat die Nosokomephobie?

Die Angst vor Krankenhaus hat mehrere Ursachen. Eine davon kann eine negative Erfahrung im Zusammenhang mit einem Krankenhaus sein. Sei es, dass der Betroffene dort eine schwere Operation durchmachen musste oder erlebt hat, wie ein naher Angehöriger dort verstorben ist. Daneben kommt bei der Nosokomephobie auch zum Tragen, dass man im Krankenhaus in seinem täglichen Leben eingeschränkt wird und dem Personal bis zu einem gewissen Grade ausgeliefert ist. Viele Menschen haben Panik vor Operationen, aber nicht weil sie befürchten, dass dabei etwas schief gehen könnte, sondern weil ihre Angst ihnen suggeriert, dass sie während einer Narkose den Ärzten hilflos ausgeliefert sind und nicht kontrollieren können, was in dieser Zeit mit ihrem Körper gemacht wird.

Was hilft bei einer Nosokomephobie?

Eine Hilfsmaßnahme für von Nosokomephobie Betroffene ist es, sich vorher in dem Krankenhaus umschauen zu können, in das sie eingewiesen werden sollen, und auch schon einmal ein paar Worte mit den behandelnden Ärzten und dem Personal auf der vorgesehenen Station wechseln zu können. Außerdem kann man sich mit Patienten unterhalten, die dort schon behandelt worden sind. Davon finden sich im Bekanntenkreis sicher einige Betroffene, die über die Verhältnisse und die Betreuung in der jeweiligen Klinik Auskunft geben können. Wenn es um einen bevorstehenden operativen Eingriff oder eine größere Untersuchung geht, verfügen die Ärzte in der Regel auch über umfangreiches Informationsmaterial, das auf Anfrage gern ausgehändigt wird. So weiß man zumindest schon einmal genauer, was auf einen zukommt, und kann die Nosokomephobie dadurch eindämmen.

Moderne Technologien reduzieren die Nosokomephobie

Inzwischen können auf Grund der fortgeschrittenen Technik auch einige Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelungen ohne Narkose vorgenommen werden. Auch die im Volksmund als Rückenmarksnarkose bezeichnete Unterbrechung der Nervenleitfähigkeit durch eingespritzte Betäubungsmittel kann eine gute Alternative zur herkömmlichen Narkose sein. Wenn es ohne Vollnarkose gar nicht geht, kann man als Patient mit Nosokomephobie den Arzt bitten, eine Videoaufzeichnung während der Operation mitlaufen zu lassen. In den meisten Kliniken ist das möglich.

Lässt sich auch mit diesen Maßnahmen die Angst vor dem Krankenhaus nicht besänftigen, müssen zur Vorbereitung auf die Einweisung leichte Beruhigungsmittel verabreicht oder eine kurzfristige Gesprächstherapie mit dem Psychiater der Klinik zur Unterdrückung der Nosokomephobie angesetzt werden.